Łyżka Czyli Chilli

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Künstlerisches Filmensemble, das 1993 ins Leben von Tomasz „Waciak“ Wójcik und Michał Mendyk gerufen und 1998 um das Mitglied Tomasz Trzos erweitert wurde. In seinem Schaffen bewegt sich das Ensemble zwischen Video- und Indie-Film, in den Jahren 1996 bis 1998 machte die Gruppe für das staatliche Polnische Fernsehen TVP 2 die Kultsendung „Oczywiście“ (Selbstverständlich), zurzeit macht sie bei der Fernsehsendung „Szkło kontaktowe“ (Kontaktlinse) mit. Surrealistischer Humor wird von den Gruppenmitgliedern mit aufmerksamer Beobachtung der polnischen Realität verbunden, wobei sie ihre Tätigkeit als ein Werkzeug zur „Verbesserung der Weltkondition“ betrachten. Ihre Filme beweisen, dass die Kunst kein hermetisches, wehmütiges oder aufgeblasenes Gebiet bleiben muss, um die wesentlichen Inhalte vom existentiellen Gesichtspunkt aus zu vermitteln“ – sagen sie über ihre Aktivitäten. 


Der erste Auftritt der Gruppe war beim Festival WRO – Monitor Polski in Wrocław. In den nächsten Jahren wurden die Arbeiten von Łyżka u.a. im Nationalmuseum in Poznań und Warszawa, im Zentrum für Gegenwartskunst in Warszawa oder in der Art&Working-Galerie in Hamburg gezeigt. Łyżka Czyli Chilli wirkte aktiv beim Warschauer Festival „Weź to Wyłącz“ mit. Für den Fernsehsender Canal + realisierte die Gruppe die Fernsehreihe „Hundert Wege berühmt und reich zu werden“.


Die Mitglieder arbeiteten zusammen mit den Zeitschriften „Brum“, „Aktivist“, „Chichot“ und „Plastik“. Zu ihrem Schaffen gehört auch eine Individualausstellung in der Galerie „Zachęta“ unter dem Titel „Bilder, Bilder“ und eine Reihe von großformatigen Fotografien der bekannten polnischen Musiker „Der Pole kann es“, von der die Autoren selbst schrieben: „Es scheint, als ob der Pole nur kritisieren, streiten, ausflippen, beneiden, übelwollen, alles in Unordnung bringen, tricksen, sich aufspielen oder klauen könnte. Inzwischen kann aber der Pole viel mehr, z.B. Nein sagen zu der zur Verblödung führenden gegenwärtigen Realität. Denn in der Zeit der intellektuellen Nachlässigkeit gibt es Momente, in denen man sich davon ein wenig frei machen, davon Abstand nehmen muss. Sich lächerlich machen über den Mechanismus, wie die Pseudoautoritäten geschaffen werden, darüber, ihr Leben zu leben und über den grenzenlosen Glauben an das künstlich kreierte Image.“