Jerzy Kosałka

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Multimedialer Künstler, 1955 in Będzin geboren. Seinen Diplomabschluss in der Fachrichtung Malerei erwarb er 1881 an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Wroclaw (Państwowa Wyższa Szkoła Sztuk Plastycznych). Nachdem er die Gruppe „Legendarny Luxus“ ins Leben gerufen hatte, beteiligte er sich an der Mehrheit ihrer künstlerischen Auftritte. Seit 1995 stellt er individuell aus, obwohl er auch an zahlreichen Sammelprojekten mitwirkt. In seinen Werken bedient er sich verschiedener Technologien und Medien, er baut Objekte, Modelle, Installationen und realisiert Kunstprojekte im öffentlichen Raum. Er ist auch Performance-Künstler.

Er ist der Idee von site-specific art ergeben, am liebsten stellt er in Wrocław aus, wo er lebt. In seinen Werken knüpft er an die lokalen Ereignisse, Geschichte und Mythologie an. Zur Problematik der „wiedergewonnenen Gebiete“ zählen die die Mäander der deutsch-polnischen Beziehungen analysierenden Werke. Dazu gehört u.a. die Installation „Wir verzeihen nicht“ (2008), die ein ironischer Kommentar ist zu einer gewissen historischen Weltanschauung (lanciert durch „rechte und gerechte“ politische Optionen), die eine standhafte und konfrontierende Haltung gegen die Deutschen fördert. Das Modell „Rekonstruktion“ dagegen ist ein Werk, das sich in die alternative Geschichte einfügt – es stellt das vor kurzer Zeit in Wrocław errichtete Boleslaw-Chrobry-Denkmal dar (an der Stelle des nach dem Krieg in die Luft gesprengten Kaiser-Wilhelm-Denkmals), in dem Moment der hypothetischen Heimkehr der Deutschen.

Zu einem größeren speziell für Berlin entwickelten Projekt gehört „CosalCa Club“ (2008) – ein künstlerischer Club im multikulturellen Kreuzberg, in dem die an der Stange tanzenden Ausstellungskuratorinnen ironisch an die Klischees und Stereotype bezüglich der polnischen Erwerbsauswanderung anknüpften. Im Schaufenster gab es billige Imitationen von Coca Cola, die den Bezug zur globalen durch die Großkonzerne gestalteten öffentlichen Vorstellungskraft herstellten. Das vorherige 2006 in Dresden präsentierte Projekt „Die polnische Galle“ setzte sich auch mit den deutsch-polnischen Stereotypen auseinander.

Die politischen Werke des Künstlers meiden jedes ideologische Bekenntnis, sie entwinden sich der Möglichkeit einer instrumentalen Behandlung des menschlichen Lebens für sog. „höhere“ Ziele. Das wohl bekannteste Werk Jerzy Kosałka ist nach wie vor „die Schlacht bei Kłobuck“ (1986), die bereits als eine Abbildung in Schulbüchern zu finden ist. Jerzy Kosałka ist Preisträger des Zweiten Krystiana-Robb-Narbutt-Wettbewerbs (2008). Seine Rückkehr zur Malerei im Jahre 2009 wurde bemerkt in der Ausstellung außerhalb des Wettbewerbs „Bielska Jesień 2009“, wo er vier Auszeichnungen bekam.

Ungeduldig warten wir auf die Werke, die vom Künstler während der „Schlossoper“ präsentiert werden, von denen wir schon heute wissen, dass sie „site-specific“ sein und auf die Konvention der „Schloss-Sammlung“ Bezug nehmen werden. Voller Freude und Vertrauen lassen wir uns überraschen…